Viertelfestival

Die vom Menschen verursachte ökologische Krise samt ihren Folgen ist die größte Herausforderung des frühen 21. Jahrhunderts. Sie verlangt nach einer zügigen Transformation hin zu einer intelligenteren Art des Miteinanders.

Sind wir intelligenter als Regenwürmer?

Die Ausstellung Natur ! PRO_dukt/ befasst sich in mehreren künstlerischen Beiträgen mit der ambivalenten Beziehung des Menschen zur nichtmenschlichen Natur.

Auf einer „Insel“ am Fluss Traisen stehen zwei großformatige Installationen aus Stahl, Holz und Lehm, die von den Besucher*innen aktiv erforscht werden können. In der Arbeit „Ein Dorf für Würmer“ des bildenden Künstlers Matthias Mollner werden die Menschen selbst zu Würmern, die sich kriechend und schlängelnd durch verschiedene Ökosysteme bewegen. Das überdimensionale Insektenhaus des Künstlers Sascha Rier bietet mit der Grundfläche eines Einfamilienhauses genug Platz für eine Reflexion zum Umgang mit Böden und natürlichen Ressourcen. Die Installationen sind eingebettet in die Landschaftsgestaltung des Nachhaltigkeitsexperten und Winzers Rudi Hofmann. Besucher*innen können durch verschiedene Landschaftstypen wie Flussufer, Schilfgürtel, Blühwiese und Heckenzone wandern und dabei Flora und Fauna in Verbindung mit den Kunstwerken erleben. Natur-Menschbeziehungen spielen auch in der Ausstellung im Schloss Traismauer eine wichtige Rolle. Die Schau zeigt Arbeiten der fünf Künstler Volker Lukas, Jonathan Mollner, Matthias Mollner und des Duos Gerald Weber und Jochen Brauner. Sie alle vereint eine spezielle Beziehung zur nichtmenschlichen Natur. Auch in ihren Arbeiten setzen sich die Künstler auf spezifische Weise mit dem Thema auseinander. V. Lukas und J. Mollner verwenden scheinbar simple Naturmaterialien wie Holz

und Ton als Ausgangsmaterial für ihre Arbeiten und transformieren diese zu figurativen Skulpturen. Die Ergebnisse sind bei Lukas roh geschnitzte, archaische (Menschen)Körper, in denen der Entstehungsprozess sichtbar eingeschrieben ist. Bei J. Mollner wiederum entstehen kleine Paradiese, farbenfrohe Pflanzen und Tiere aus glasierter Keramik. In den Bildern von G. Weber und J. Brauner ist das Malen selbst ein gemeinsamer, spielerischer Prozess, der ohne Kontrolle und persönliche Vorgaben stattfindet, was zu überraschenden Ergebnissen führt. Es entstehen dichte Gemälde und Skulpturen, die von der Energie der beiden Protagonisten gespeist werden. In den Arbeiten von M. Mollner ist der Körper und seine Verbindung zum Raum entscheidend. Der Künstler arbeitet mit Würmern, baut Körperteilobjekte, malerisch erweiterte Landschaften und fotografischen Arbeiten, die sich zwischen existenzieller Dramatik und absurder Komik bewegen.  

Im Rahmen der Ausstellung finden mehrere Artists-in-Residence Tage statt, bei denen Besucher*innen die Möglichkeit haben, den Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schultern zu schauen und deren spezifische Arbeitsweise kennenzulernen. Eine gemeinsam mit dem Publikum inszenierte Performance von Matthias Mollner wird im Rahmen der Ausstellungseröffnung und der Finissage gezeigt.

Die Ausstellung im Zweistromland kann jederzeit frei besucht werden.
Öffnungszeiten im Schloss Traismauer: So-Fr: 15:00 – 19:00 Uhr, Sa: 10:00 – 19:00 Uhr

Veranstaltungen im Rahmen des Viertelfestivals

Eindrücke von der Eröffnung am 2. Juli 2021

Anreise:

Mit dem Zug: Jede Stunde von Wien Westbahnhof über Tullnerfeld (1x umsteigen) in 51 min nach Traismauer. Jede Stunde von Linz Hbf über St. Pölten (1x umsteigen) in 1h 23 min nach Traismauer.

Mit dem Fahrrad: Über den Donauradweg von Krems oder Wien nach Traismauer (Ca. 15 bzw. 66 km) Über den Tullnerfeld Radweg von Tulln nach Traismauer (ca. 40 km)

Mit dem Auto: Von Wien kommend über Tulln oder St. Pölten auf der S33 Richtung Krems/Donau, Ausfahrt Traismauer Süd oder Nord
Von Linz kommend über St. Pölten auf der S33 Richtung Krems/Donau, Ausfahrt Traismauer Süd oder Nord